Kunsthochschulen
Förderung von künstlerischen Talenten
Fünf renommierte Kunsthochschulen gibt es im Freistaat Sachsen: die Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« Dresden, die Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig, die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, die Hochschule für Bildende Künste Dresden sowie die Palucca Hochschule für Tanz Dresden.
Ein Studium an einer dieser Ausbildungsstätten zeichnet sich durch reizvolle Gegensätze zwischen künstlerischen Traditionen und modernen Techniken aus. Es bedarf kreativer, handwerklicher und wissenschaftlicher Fähig- und Fertigkeiten.
In der Regel sind für die Zulassung zum Studium Eignungsprüfungen erforderlich. Ein fester Bestandteil dieser Ausbildung ist zudem die Zusammenarbeit der Kunsthochschulen mit namhaften Orchestern, Theatern, Opernhäusern und Kunstsammlungen des Freistaates Sachsen.
Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« Dresden

Die Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« (HfM) in Dresden gehört zu den ältesten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland. Ihr Ursprung ist mit dem reichen Kultur- und Musikleben in Dresden und Namen wie Carl Maria von Weber, Francesco Morlacci sowie Richard Wagner verbunden.
Heute studieren mehr als 600 junge Musiker aus aller Welt in Dresden. Unter den Dozenten finden sich international bekannte Musiker sowie Berufsmusiker der Dresdner Staatskapelle und der Philharmonie, wie Wolfgang Hentrich und Till Brönner. Jazzsängerin und Gesangslehrerin Céline Rudolph gewann 2010 den Jazz-Echo.
Die Fachrichtungen der Hochschule für Musik Dresden sind weit gestreut. Zwei Fakultäten bilden sowohl in der klassischen Richtung als auch im Jazz aus. Vor allem für die Ausbildung in Jazz/Rock/Pop ist die Hochschule für Musik bekannt.
Den Studenten der Opernklasse und der klassischen Orchesterausbildung ermöglicht eine Kooperation mit dem Dresdner Staatsschauspiel, Bühnenerfahrung im professionellen Umfeld zu sammeln. Seit 2005 werden am Dresdner Staatsschauspiel dabei jeweils zwei komplette Inszenierungen der Hochschule sowie Konzertprogramme in den offiziellen Spielplan des Hauses aufgenommen. In Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste und der Palucca Hochschule für Tanz werden bei diesen Inszenierungen Bühnenbild, Maske, Kostüm und die Aufführung selbst ausschließlich von Studenten gestaltet. Das Projekt ist an deutschen Musikhochschulen einzigartig.
Seit einigen Jahren sind alle Fachrichtungen der Hochschule auf dem Campus am Wettiner Platz vereint. In einem modernen Erweiterungskomplex der Hochschule befinden sich nicht nur Unterrichts- und Probenräume, sondern auch ein 450 Zuschauer fassender Konzertsaal der Hochschule.
Hochschule für Musik und Theater Leipzig

Die Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig (HMT) zählt zu den renommiertesten Schulen Europas. Sie wurde 1843 von Felix Mendelssohn Bartholdy gegründet. Über 900 Studierende genießen hier eine exzellente Ausbildung in allen klassischen Instrumenten.
Die HMT beherbergt drei verschiedene Fakultäten:
Fakultät I: Blasinstrumente/Schlagzeug, Dirigieren/Korrepetition, Jazz/Popularmusik (Instrumental), Klavier, Streichinstrumente/ Harfe. Abschlüsse: Bachelor, Master und Meisterklasse.
Fakultät II: Alte Musik, Gesang/Musiktheater, Jazz/Popularmusik(Vokal)/Musical, Schauspielinstitut »Hans Otto«. Abschlüsse: Bachelor, Master sowie Meisterklasse.
Fakultät III: Dramaturgie, Institut für Musikpädagogik, Institut für Musikwissenschaft, Kirchenmusikalisches Institut, Komposition/Tonsatz. Abschlüsse: Bachelor, Master und Meisterklasse.
Jeder einzelne Studiengang hat andere Aufnahmekriterien. Bei besonderer Eignung kann sogar mit einem Realschulabschluss studiert werden. Die Hochschule befindet sich im Musikviertel im Leipziger Stadtteil Zentrum-Süd. Benachbarte Hochschulen sind die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) und die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB).
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Die Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig ist eine der ältesten Kunsthochschulen in Deutschland und gilt unter Kunstkritikern als eine der bedeutendsten Kunsthochschulen des Landes. Sie wurde 1764 von Prinz Franz Xaver von Sachsen gegründet. Die Studienbedingungen sind ausgezeichnet, bei kleinen Studiengruppen mit maximal 20 Studierenden und hervorragender Ausstattung. Das nutzen die etwa 600 Studenten ausgiebig.
Insgesamt gibt es vier Studiengänge: Malerei/Grafik, Buchkunst/Grafik-Design, Fotografie und Medienkunst. Alle Studiengänge schließen mit dem Diplom ab. Die kunsttheoretische Ausbildung ist ein Ausbildungsschwerpunkt in allen Studiengängen. Zu den übrigen Studiengängen gesellt sich seit dem Jahr 2009 der neue Masterstudiengang »Kulturen des Kuratorischen«. Er ist deutschlandweit einzigartig.
Stolz ist die HGB auf die Verbindung von Kunststudium und Handwerk. Die praktische Ausbildung erfolgt in den Künstlerischen Werkstätten (Lithographie, Radierung, Siebdruck, Holzschnitt) und in den Technischen Werkstätten (Metallwerkstatt, Holzwerkstatt, Grafische Werkstatt, Audiovisuelles Labor).
Zu den bekanntesten Absolventen der HGB zählen der Maler und Professor für Malerei Neo Rauch, der Kalligraf, Typograf und Autor Jan Tschichold sowie der Pionier des deutschen Animations- und Werbefilms Hans Fischerkoesen.
Hochschule für Bildende Künste Dresden

Große Künstler wie Canaletto, Giovanni Casanova, Caspar David Friedrich, Gottfried Semper, Oskar Kokoschka oder Otto Dix waren Professoren an der jetzigen Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Auch heute lehren an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) international agierende Künstler und erfolgreiche Professoren.
Die Hochschule für Bildende Künste in Dresden ist fast 250 Jahre alt. Sie wurde 1764 als »Haupt-Kunst-Akademie« von den Wettinern gegründet und ist heute eine der ältesten Ausbildungsstätten für Bildende Kunst in Europa. Die HfBK bietet für ihre etwa 600 Studierenden drei Diplomstudiengänge an: (Bildende Kunst, Restaurierung, Bühnen- und Kostümbild), den Fachhochschul-Diplomstudiengang Theaterausstattung (mit den Spezialisierungen in Theatermalerei, Theaterplastik, Maskenbild und Kostümgestaltung) sowie den Aufbaustudiengang Kunsttherapie.
Die Ausbildung findet an drei Standorten statt. Auf dem gläsernen Dach des Hauptgebäudes der HfBK an der berühmten Dresdner Brühlschen Terrasse prangt die goldene Göttin Fama. Die Ateliers und Werkstätten für Bildhauerei befinden sich in der Pfotenhauerstraße, die der Studiengänge Restaurierung, Bühnen- und Kostümbild und die des Fachhochschul-Diplomstudiengangs für Theaterausstattung sind in den Gebäuden der ehemaligen Akademie für Kunstgewerbe in der Güntzstraße beheimatet.
Mit 800 qm Fläche und seinem achteckigen Grundriss bietet das Oktogon des Zentralgebäudes an der Brühlschen Terrasse einen ganz besonderen Raum für die immer Mitte Juli stattfindende bekannte Jahresausstellung der Diplomanden.
Palucca Hochschule für Tanz Dresden
Die international ausgerichtete Palucca Hochschule für Tanz wurde 1925 von Gret Palucca in Dresden gegründet, die hier bis zum Jahr 1991 an der Schule unterrichtete.
Die Tanzhochschule bietet verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten: Die Studierenden werden in den Bachelor-Studiengängen Tanz oder Tanzpädagogik und in den Master-Studiengängen Tanzpädagogik und Choreografie ausgebildet. Besonders begabte Tänzer können sich für die Meisterklasse bewerben.
Die Ausbildung an der Tanzhochschule ist vielseitig, Zeitgenössischer Tanz, Klassischer Tanz und Improvisation werden zu gleichen Teilen unterrichtet. Zudem werden theoretische Kenntnisse vermittelt, so zur Kulturgeschichte, Tanzmedizin oder Bewegungswissenschaft.
Seit einigen Jahren bietet das Elevenprogramm zudem zwölf jungen Tänzern die Möglichkeit, ein Jahr lang praktische Erfahrungen mit dem Semperoper Ballett zu sammeln und parallel an der Palucca Hochschule für Tanz zu studieren. Diese Kombination aus Praxiserfahrung und Training soll jungen Tänzern den Einstieg in die Profitanzwelt erleichtern.
An der Schule sind derzeit etwa 200 Schüler und Studierende ab der 5. Klasse immatrikuliert.
